Kung Fu in Thailand
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Zweimal ungeplant

Ich sitze so mit meinem 7h morgens-Kaffe an einer der Hauptstraßen durch die Altstadt und beobachte Schüler, die alleine, in Grüppchen oder mit ihren Eltern zu der gegenüber liegenden Schule kommen. zwei Kinder in anderen Uniformen als die übrigen Schüler pfeifen wild mit Trillerpfeifen. Sie stehen mitten auf der Straße, gesichert nur durch so Fußgängerabsperrgitter und ihre Warnwesten. Auf den beiden Bürgersteigen sind nochmal 4 Mädels in denselben Uniformen, je eine auf jeder Seite hat eine rote Fahne. Nun geht es triller triller triller und wildes Gewinke = die Autos dürfen fahren, dann Triiiiiiiiilllllllfüüüüt = die beiden Fahnensträgerinnen halten ihre Fahnen in den Verkehr, der stoppt kurz und 10 Schüler rennen schnell über die Straße und dann das Ganze vorn vorne.


Irgenwann kam mir dann der Gedanke, dass mich so einiges interessieren würde an so einer thailändischen Schule und so ging ich auch über den gesicherten Übergang und wartete. Mehrere Schüler grüßten mich sofort artig, hielten mich wohl für eine neue Lehrerin. Als sich schließlich jemand unter den Lehrern gefunden hatte, der Englisch sprach, konnte ich den Direktor fragen, ob ich in einer Stunde zuschauen dürfte. Er fragte für wie lang, dachte wohl die ganze Woche. Nein, nur heute. - Ja, OK.


Dann kamen immer mehr Schüler, insgesamt hat die Schule wohl etwas über 1000. Dann Musik und schließlich 7:45h Fahnenapell. Eine geschlagene halbe Stunde sangen, rezitierten, sangen und drehten sich die Schüler in jeweils richtige Richtung, aber mehr so larifari-mäßig und mit sehr wenig Disziplin. In derselben Stimmung, ratschend und sich gegenseitig schubsend ließen sie auch die Ansprache des Direktors durch ihre Ohren ziehen. Soweit ich das erraten konnte, ging es wohl um ungesunde Süßigkeiten. Dann hieß es Schuhe aus und ins Klassenzimmer. Dort gab es für alle erst einmal eine Tüte gefrorene Milch und um 8:40 ging der Unterricht los.


Der Lehrer war nett und engagiert und konnte gut Englisch, auch mit einer recht guten Aussprache, und hielt eine Stunde zum Thema Pflanzen und was die so zum Wachsen brauchen. Die ganze Stunde hat er kein Wort Thai gesprochen - NUR Englisch! Und er hat das echt feinfühlig gemacht. Aber die Kids waren halt wenig am Machen, viel am Zuhören und bei 10-Jährigen endet sowas imemr in Unaufmerksamkeit und verminderter Disiplin. So fing ein Mädchen aus der letzten Reihe an, einer anderen aus der Reihe die Haare neu zu flechten, zwei Jungs stritten sich um ein Lineal, wegen Klogehen wird nicht gefragt, einfach rausgegangen, naja, nix, was wir nicht auch hätten, aber mich hat es gewundert. Ich hatte wohl zu viele Bilder von China im Kopf.


Zum Schluss hat er dann noch ein schnell erfundenes Lied mit ihnen gesungen und wir haben Fotos gemacht und noch ein bisschen gefachsimpelt. Wir haben uns wirklich gut verstanden. Dann hat mich die Zweitlehrerin der Klasse noch zu den ganz Kleinen geführt und mit mir einer Klasse beim Blindekuh-Spielen zugeschaut. Dann haben wir uns verabschiedet. Ich hatte ja noch nichts gegessen und es war schon fast 11! Ich war fast verhungert.


Nach einem kleinen Spätstück musste dann der Wat Chedi Luang sein, einer der größte Tempel mit angegliederter Universität. Wunderschön! Wenn unsere Kirchen nicht immer so gruselige Bilder an den Wänden und als Figuren hätten, sondern eine oder mehrere solche sanft gestikulierende, goldglänzende Statuen mit entspannten Gesichtszügen, wär ich vielleicht nie vom Glauben abgefallen...
Draußen dann ein Museum - check - die Chedi - check und dann "chat with monks", nur dass gerade keine Mönche abkömmlich waren und ich stattdessen Fragen und Antworten mit einer kleinen Studentengruppe gespielt habe.

Nach einem Mittagssnack in einer Touri-Abfütterung mit Auszeichnung kam ich erst einmal von diversen Klos nicht mehr runter und musste zum Hotel zurück, das erst einmal klären... Scheiß Glutamat! An den kleinen Garküchen passiert mir das nie!
Also Mittagsrast und dann langsam zu einer weiteren Spontan-Idee gedackelt: Hier hat nämllich vor wenigen Monaten ein Brazilian Jiu Jitsu-studio aufgemacht und da dachte ich mir, wenn ich schon beim Kung Fu abgeschwächelt habe, könnte ich doch...

Und ich habe! War das lustig - die ganze Zeit nur wildes Gegrappel am Boden. Die Brazilian Jiu Leute haben sich nämlich auf Bodenkampf spezialisiert, also ist es eher Ringen, während Karate ja eher Boxen ist und Jiu, wie ich es mache, irgendwo dazwischen liegt.
Tja, und deswegen bin ich heute mal etwas später im Bett: 22:30 ist es jetzt! Vielleicht kann ich dann morgen mal länger schlafen...

5.9.16 17:31
 


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